Harzfahrt 26. – 29.05.2026

4 Tage Sagen, Mythen, Hexen & Teufel.

4 Tage Fachwerkidyll.

4 Tage bedeutsame Geschichte.

4 Tage Harz.

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Unser erster Stop auf der Reise führte uns nach Nordhausen – das Tor zum Harz und Heimat des berühmten Nordhäuser Doppelkorns. Mit viel Herzblut führte uns die Reiseleiterin durch die (Alt-)Stadt und konnte uns dabei ein lebendiges Bild von der Geschichte Nordhausens vermitteln.

Vom Nordhäuser Roland, der die Gerichtsbarkeit einer mittelalterlichen Stadt symbolisierte, über die unzähligen Treppen der Stadt sowie die kleinen einzigartigen Bronzefiguren – die Treppenkäfer, den Nordhäuser Dom und die Geschichte der angrenzenden Schule, die eindrucksvolle Bohlenstube bis hin zum Splitterschutzgraben. Hier konnten zu Kriegszeiten bis zu 200 Menschen Zuflucht vor herumfliegenden Bombensplittern finden. Ein beengendes Gefühl, das einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Zuvor konnten wir auf Fotos noch einen Eindruck davon gewinnen, in welchem Zustand Nordhausen am Ende des 2. Weltkriegs war.

Alles in allem ist Nordhausen einen Besuch allemal wert, denn es ist so viel mehr als nur der Doppelkorn.

Der zweite Tag begann mit der Besichtigung des Halberstädter Doms, der den größten Domschatz außerhalb des Vatikans beherbergt. Fotografieren durfte man diesen nicht. Dafür alles andere – eine beeindruckende architektonische Leistung der mittelalterlichen Baumeister, die den Betrachtenden nicht nur einmal mit offenem Mund staunen lässt.

Ein einsamer Orgelspieler hüllte den Innenraum in eine ganz besondere Stimmung.

Im Anschluss ging es weiter nach Quedlinburg UNESCO Weltkulturerbe seit 1994. Bei einer Stadtführung lernten wir allerlei über Quedlinburgs Geschichte und über den mittelalterlichen Fachwerkbau.

Einen sagenhaften Abschluss des Tages bot der Hexentanzplatz in Thale – Treffpunkt der Hexen des Harzes zur alljährlichen Walpurgisnach am 30. April. Von hier aus fliegen die Hexen um Mitternacht hinauf zum Brocken, um mit dem Teufel Hochzeit zu feiern und das Hexendasein in vollen Zügen zu genießen. Das Wetter vergönnte uns einen atemberaubenden Blick ins Bodetal und einen verheißungsvollen Ausblick auf den Brocken – den höchsten Gipfel Norddeutschlands – unser Ziel am nächsten Tag.

Bevor es hinauf auf den 1.142m hohen Brockengipfel ging, haben wir uns zunächst die Bunte Stadt am HarzWernigerode – im Rahmen einer Stadtführung angeschaut. Zwischen Rimker Tor im Osten und dem Westerntor erstreckt sich ein wahrer Fachwerkschatz.

Das berühmte Rathaus der Stadt war zum Zeitpunkt unseres Besuchs zwar eingehüllt – vermutlich um sich hübsch zumachen für das baldige 70. Jubiläums-Rathausfest. Dennoch konnten wir an den Seiten einen Blick auf die künstlerische Architektur erhaschen. Während der individuellen Mittagspause nutzen einige von uns die Gelegenheit, zum Schloss hinauf zu fahren. Sowohl per Pferdekutsche als auch mit der kleinen Bimmelbahn. Das Schloss, dessen Ursprünge auf das frühe 12. Jahrhundert zurückgehen und dessen heutige Gestalt dem Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode (1837 – 1896) zu verdanken ist, bot bereits für zahlreiche Filme und Serien die passende Kulisse. zu den bekanntesten Produktionen gehören sicherlich Die Schule der magischen Tiere (Teile 2 – 4), Das kleine Gespenst sowie das DEFA-Märchen Schneeweißchen und Rosenrot aus dem Jahr 1979.

Doch hieß es bald Abfahrt für die Harzer Schmalspurbahn vom Historischen Bahnhof Wernigerode hinauf zum Brocken. Zwei Stunden Zugnostalgie durch die Harzer Wälder bis hinauf zum Gipfel. Bergauf wurden wir von einer Diesellok gezogen, nicht minder beeindruckend, auch wenn natürlich eine Fahrt mit der ikonischen Dampflok ein Muss ist, welches uns dann bei der Rückfahrt vergönnt war. Die Borkenkäferplage hat den Harzer Wäldern in den letzten Jahren und Jahrzehnten schwer zu schaffen gemacht. Die Ernennung des Harzes zum Nationalpark, unzählige Aufforstungs- und Renaturierungsprojekte, eine moderne Forstwirtschaft sowie unermüdliche Aufklärungsarbeit lassen nun endlich erste Erfolge sehen. Die Natur erholt sich und ein neuer Wald – ein natürlicher Wald – kann von Grund auf entstehen. Ausgedehnte Heideflächen, Moore und Laubbäume sind auf dem Vormarsch und bieten dem geneigten Betrachter einen nahezu magischen Blick zurück in die Vergangenheit. Derweilen erzählen die unzähligen Baumgerippe der Fichten ihre ganz eigene Geschichte über den Harz, die menschliche Gier und die innerdeutsche Teilung. Man muss nur hinhören!

Der Rückweg nach Bayern ist lang und der Weg dorthin gespickt mit zahlreichen lohnenswerten Ausflugszielen. Für uns ging es am letzten Tag, dem Tag der Rückreise, noch zu einem beeindruckenden Denkmal – dem Kyffhäuser-Denkmal, das auf dem bis zu 473 m hohen, gleichnamigen Mittelgebirge thront. Das 57 m hohe Monument wurde Ende des 19. Jahrhunderts zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. auf den Ruinen einer der größten mittelalterlichen Burganlagen Deutschlands erbaut. Es zeigt eine beeindruckende Kombination aus der Sandsteinfigur Barbarossas und einem Reiterstandbild Wilhelms. Um den Staufer-Kaiser Friedrich I. Barbarossa rankt sich hier die Sage, dass der alte Kaiser in einer unterirdischen Höhle des Gebirges schläft und erst dann erwacht, wenn die Raben aufhören, um den Berg zu fliegen.

Hier endet unsere Reise durch den sagenhaften Harz. Auf ein baldiges Wiedersehen!

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